Krankengeschichte: Die sorgfältige Befragung

Die genaue Befragung zur Krankengeschichte (in der Fachsprache Anamnese) liefert dem Arzt häufig schon die wichtigsten Informationen, um welche Erkrankung es sich handeln könnte. Schon allein die Art und der Verlauf der Beschwerden kann wertvolle Hinweise geben. Um eine rheumatische Erkrankung richtig zu erkennen, wird der Arzt deshalb sehr genau nach der Krankengeschichte fragen.

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Sie sind gefragt!

Dabei können Sie selbst mithelfen, indem Sie Ihre Beschwerden genau schildern. Zuerst sollten Sie dem Arzt mit einfachen, gut verständlichen Worten die Hauptbeschwerden berichten. Erzählen Sie alles, was Ihnen wichtig erscheint: welche Beschwerden Sie haben, seit wann die Veränderungen aufgetreten sind, wie sie sich entwickelt haben, ob sie sich durch bestimmte Situationen verschlimmern oder bessern … Erwähnen Sie auch Beschwerden, die Sie nicht unbedingt mit Rheuma in Verbindung bringen würden. Zu bestimmten Aspekten wird der Arzt sicher noch einmal genauer nachfragen.

Die Befragung umfasst normalerweise folgende Punkte:

  • Spezifische Krankheitszeichen (Symptome) des Bewegungsapparates:
    • Schmerzen: Wo genau? Wie? Wann? Im Zusammenhang mit bestimmten Tätigkeiten?
    • Gelenk: Schwellung? Rötung? Überwärmung? Steifigkeit? Wird es weich bei Bewegung? Blockiert es?
    • Muskelschwäche, Krämpfe, Sehnenscheidenentzündungen?
  • Zeitlicher Verlauf der Beschwerden: Daran lässt sich bereits erkennen, ob es sich um eine akute oder eine chronische Erkrankung handelt. Mögliche andere Krankheitsbilder lassen sich so von vorne herein abgrenzen bzw. ausschließen.
  • Funktionsstörungen: Beeinträchtigen die Beschwerden die Ausübung beruflicher oder privater Aktivitäten?
  • Sonstige Symptome : z. B. Fieber, Gewichtsverlust/-zunahme, Appetitverlust, Schlafstörungen, Hautreaktionen, Haarausfall, Augenentzündungen, Atembeschwerden, Durchfall, Brennen beim Wasserlassen etc.
  • Zusätzliche Erkrankungen, frühere Erkrankungen an: Bestimmte Erkrankungen können mit rheumatischen Beschwerden einhergehen, z. B. treten bei der Schuppenflechte oder bei bestimmten Infektionen häufig Gelenkentzündungen auf.
  • Familien-Krankengeschichte: Häufig finden sich bei rheumatischen Erkrankungen Hinweise auf dieselbe oder eine ähnliche Erkrankung in der Familie. Zudem kann es erbliche Zusammenhänge zwischen den verschiedenen Erkrankungen des rheumatischen Formenkreises geben.
  • Persönliche Patientenangaben zur Schul- und Weiterbildung, zur finanziellen Situation oder zur Familiensituation (Rückhalt? Unterstützung?) ermöglichen es dem Arzt, sich individuell auf seinen Patienten einzustellen und ihn möglichst gut zu betreuen. Dies kann die medizinische Behandlung und den Krankheitsverlauf sehr positiv beeinflussen.
  • Fragebogen: Eventuell lässt der Arzt auch einen Fragebogen zur Beurteilung des Gesundheitszustandes ausfüllen. Dabei beantwortet der Patient u. a. Fragen, wie schwierig sich die alltäglichen Tätigkeiten – z. B. Anziehen, eine Tasse zum Mund führen oder den Wasserhahn bedienen – für ihn gestalten.
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